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Mittelmäßig
• • • • • (bewertet mit 3 von 5 Punkten)
Diese Bibelkunde ist grob in zwei Teile gegliedert, zunächst ein normaler Bibelkundeteil, indem die einzelnen biblischen Bücher nach der Reihenfolge der Lutherbibel und die Apokryphen erläutert werden und ein zweiter Teil mit 25 Themenkapiteln (z.B. Bund). Das macht mir die Bewertung nicht ganz leicht, da ich den ersten Teil teilweise für zu knapp (dafür aber mit einigen Anspielungen, andere Details wieder sehr ausführlich) halte, der zweite ergänzt dies zwar sehr gut, doch bin ich nicht ganz sicher ob das noch zu einer Bibelkunde gehört (ebenso wie ich bezweifle, dass häufige Vermerke auf das Evangelische Gesangbuch Teil einer Bibelkunde sind). Der Aufbau ist etwas leserunfreundlich: zu jedem bibl. Buch ist ein Fließtext mit Inhalt, Entstehung, historischen Kontext usw., das ist teilweise etwas zu sehr vermischt; die Gliederungen sind in extra grauen Kästen, was an sich sehr gut ist, allerdings sind diese relativ wahllos angeordnet und unterbrechen sogar den Fließtext mitten im Satz, sodass man dann entweder aufhören muss zu lesen, oder aber den Satz zu Ende liest und dann das ein oder andere mal gar wieder zurückblättern muss. Stößt man bsp. auf S. 33 auf das Wort Parallelismus Membrorum (was derjenige, der eine Bibelkunde liest und des hebr. nicht mächtig ist sicher nicht kennt), dann ist dies hier nicht erklärt, man muss ins Register schauen, wo man dann, nach einer kurzen Erläuterung, auf das Themenkapitel Psalmengattungen verwiesen wird. Rösel setzt die Kenntnis von Griechisch und Hebräisch nicht voraus (so das Vorwort), dazu setzt er neben das Original noch das Wort in Umschrift (wiss., ich weiß nicht ob man das lesen kann, wenn man die Sprache gar nicht kennt) und in Übersetzung. Allerdings scheint diese Prämisse manchmal vergessen worden zu sein, etwa wenn S.9 ohne Erläuterung in Klammern einen Bund schneiden steht oder S. 70 von Hifil und Nifal die Rede ist. Was soll der nicht hebräisch kennende Leser damit anfangen? Sehr gut sind die zahlreichen Abbildungen. Da sich eine Bibelkunde ja an Studiumsanfänger richtet ist es sehr positiv, dass Fremdwörter zwar benutzt, häufig aber in Klammern erklärt sind. Das Buch neben der Bibel zu lesen ist in der Tat Programm, liest man nicht parallel mit ist es sehr schwer zu folgen, auch aufgrund mancher Anspielungen auf einzelne Verse die nicht paraphrasiert werden. Leider fehlen hierzu Lektüreempfehlungen, man muss also wirklich das gesamte AT lesen oder sich aufgrund der Gliederung für wichtige Texte entscheiden. Dies mag bewusst so entschieden sein, man sollte wohl tatsächlich irgendwann einmal die ganze Bibel gelesen haben, aber ob man am Anfang (und die Auseinandersetzung mit Bibelkunde steht ja am Anfang) unbedingt die Landverteilung oder die Genealogie zu Beginn von 1Chr gelesen haben muss, bezweifle ich. Alles in allem ist dies dennoch eine gute Bibelkunde, die hilft die einzelnen Texte einordnen zu können und vor allem aufgrund der sehr guten Themenkapitel Zusammenhänge verdeutlicht. Weiterführende Literaturempfehlungen (leider kein vollständiges Verzeichnis als Übersicht, sondern jeweils nach den Kapiteln), Register und Lerntabellen tragen dazu bei. Da man sie jedenfalls dem Umfang nach nicht mit Augustin/Kegler vergleichen kann, sondern mit dem AT-Teil von gemischten Bibelkunden (AT+NT), würde ich auch eher diese empfehlen (Bormann oder Calwer Bibelkunde).
Eine Rezension von Nicht-Zelot >
vom 15. Oktober 2009 |