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Etwas so schön sagen, wie es nicht ist.
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Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) Rezension bezieht sich auf: Die Verwaltung des Nichts: Aufsätze (Gebundene Ausgabe) Wittgenstein zitierend läßt sich sagen, dass "das Denken nicht den Sprachgebrauch bestimmt, sondern der Sprachgebrauch das Denken." Walser empfindet in der Verwaltung des Nichts durch Sprache nahezu die Euphorie des geschriebenen Wortes, wie ein Fisch, der dreimal zu Beginn in Zitaten in der Verbindung zur Sprache, zum Schreiben an sich symbolhaft das Ausmass der Gefühle beschreibt. So wie in sachlicher und naturwissenschaftlich erprobter Praxis nichts als Fakten den Erstehungsprozess des Menschen beschreiben, hat der Mensch sein Herkommen um die bildhafte Beschreibung erweitert. Schöpfungsmythen der wunderbarsten Art haben Bibel und Dichtung angehalten, auf die Möglichkeiten des Zur-Welt-Kommen zu reagieren. So wie das Hölderlinsche Aufsteigen in das Höchste Nichts ist, ohne Artikel wird NICHTS bei Hölderlin zum Inbegriff des Alles. So wie das Leben, zur Welt kommen wie Nichts erscheint, so hat Adorno Obdachlosigkeit enden lassen, das es "kein richtiges Leben im falschen gibt". Eigentlich jedoch, um aus dem beschädigten Leben sich erlösen zu können, in dem man den Standpunkt der Verzweifelung neu und verantwortungsbewußt vom Standpunkt der Erlösung betrachtet.
Wie geht man mit Sprache um? Welches Nichts wird erst durch Sprache schön, entsteht erst durch Sprache und wird durch die Liebe zum Wort entbunden, wenn nicht sogar geboren.
Am Anfang was das Wort (Joh 1,1) mag für Walser der Inbegriff der Schreibkunst sein, der Weg, fehlende Geschichte durch Romane zu ersetzen, Sehen und Gefühl zu vereinen durch wunderbare Lyrik, die Gedankenfülle in präziser Enge zu einem Hochgefühl führt, wie wir es bei Hölderlin (vgl. seinen Gedichtband) im feierlichen Ton kennen.
Walser geht durch die Welt des geschriebenen Wortes, er sucht und findet seine Stellen, die ihm ein neues Hochgefühl geben, ein Hochgefühl, durch Sprache in eine Welt zu kommen, die das tatsächlich Nichts bildhaft schön und phantasiereich in eine Sphäre des geistigen Wohlbefindens rückt.
Wer Lust der Sprache, des Wortes spürt, wird hier die Entzückung mit Walser teilen. Nämlich "etwas so schön sagen, wie es nicht ist."
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 3. Dezember 2006 | | | | | | | |
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